Deutscher Club für Leonberger Hunde e.V.
Landesgruppe MV

Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern des DCLH auf der Jahreshauptversammlung 2010 in Kassel vertreten

 

Die Jahreshauptversammlung des Deutschen Clubs für Leonberger Hunde e.V. (JHV) fand auf Einladung des Vorstandes am 11. April 2010 im „Hessischen Hof" in Kassel-Waldau statt. Der Saal war gut gefüllt. Offensichtlich hatten die zentrale Lage des Tagungsortes und dessen bessere Erreichbarkeit mehr Clubmitglieder als im letzten Jahr veranlasst, an der JHV teilzunehmen und so hätte es dann auch pünktlich um 10:00 Uhr los gehen können.

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Die für die Organisation der JHV Zuständigen hatten wohl nicht mit einem so großen Andrang gerechnet. Immerhin waren 81 stimmberechtigte Mitglieder und eine Vielzahl von Leonbergern anwesend. Kurz vor Beginn der Versammlung wurde dann auch richtiger Weise entschieden die Technik so umzubauen, dass alle Teilnehmer die Berichte der Vorstandsmitglieder sowie die Präsentationen der Ergebnisse des zurück liegenden Vereinsjahres verfolgen konnten. Allerdings hatte das zur Folge, dass die Versammlung mit einer knappen halben Stunde Verspätung beginnen konnte.

Wie immer war eine relativ starke Delegation aus unserer Landesgruppe dabei. Gisela & Klaus Sobol, Regina Zentner und Petra & Hans-Joachim Schreiber nahmen die Interessen der LG Mecklenburg-Vorpommern wahr. Wegen einer kurzfristigen Erkrankung unseres LG-Vorsitzenden Norbert mussten wir dieses Mal ohne die Familie Krebes zurechtkommen.

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Nachdem Präsident Willi Güllix die Versammlung mit der Begrüßung aller Teilnehmer eröffnet hatte und die Beschlussfähigkeit aufgrund der satzungsgemäßen Einladung und rechtzeitigen Bekanntmachung der Tagesordnung festgestellt war, über die Aufnahme eines Dringlichkeitsantrages des Vorstandes (Bestätigung der Finanzordnung des Leonbergerclubs durch die Mitgliederversammlung) und eines Antrages des Vorsitzenden der LG Nord (Bekanntgabe der aus dem DCLH ausgetretenen Mitglieder/ Zwinger) in die Tagesordnung entschieden war, wurden langjährige Clubmitglieder mit der Goldenen und Silbernen Ehrennadel des DCLH durch den Präsidenten geehrt. Danach – der Präsident wollte schon in der Tagesordnung fortfahren – wurde er durch seinen Vizepräsidenten unterbrochen. Grund war die Verleihung der Goldenen Ehrennadel des VDH an Willi Güllix für dessen große Verdienste um die Kynologie, den VDH wie auch die Leonbergerzucht in Deutschland und darüber hinaus. Die große Überraschung und Freude über diese Anerkennung war Herrn Güllix anzusehen, als ihm Herr Leipelt das Abzeichen am Revers befestigte.

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Nachdem die Abstimmungskommission gewählt war, ging dann die eigentliche „Arbeit" los. In seinem Bericht konnte der Vorsitzende wie schon für das Jahr 2008 auch im Jahr 2009 über gleich bleibende Mitgliederzahlen (ca. 2.500) berichten, 205 Neueintritten standen 202 Austritte gegenüber. Aufgrund der überfälligen Erledigung einer „Altlast" mit Blick auf die satzungsgemäß nicht ausreichende Anzahl der Mitglieder in den beiden bisher eigenständigen Landesgruppen wurde im zurück liegenden Vereinsjahr die Fusion der LG Nord-Brandenburg und der LG Süd-Brandenburg vollzogen. Weitere Schwerpunkte setzte Herr Güllix in seinem Bericht auf die Finanzsituation des Clubs, die zum Teil angespannte Situation in den bevölkerungsschwachen Ländern bei der Welpenvermittlung, die internetbasierte Umfrage der internationalen Leonberger Union zur Fruchtbarkeit unserer Hündinnen und die Vorbereitung des für das Jahr 2011 geplanten internationalen Leonberger-Symposiums. Der Vorstand konnte mit Blick auf die letzten drei Jahre eine eindrucksvolle Bilanz ziehen: die Mitgliederverwaltung wurde deutlich verbessert; die Satzung des DCLH den modernen Herausforderungen an eine zukunftssichere Hundezucht angepasst; eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen, so dass die Landesgruppen deutlich entlastet werden konnten; ein internationales Zuchtrichtersymposium in Leonberg durchgeführt; die Körkommission installiert; die Erstzüchterseminare für Hündinnen- und Deckrüdenbesitzer eingeführt, die Anerkennung der Gemeinnützigkeit für den DCLH e.V. wieder hergestellt und nicht zuletzt die Veröffentlichung von Rasseportraits unsere Leonberger in drei großen Hundezeitschriften umgesetzt.
Wir meinen, dass das eine hervorragende Leistung ist und für diese großartige Tätigkeit zum Vorteil unseres Clubs allen Vorstandsmitgliedern und den Mitgliedern des erweiterten Vorstandes für ihr ehrenamtliches Engagement unser Dank gebührt.

Zum Abschluss seines Berichts machte Herr Güllix noch einmal klar, dass Deutschland als Ursprungsland der ältesten deutschen Hunderasse eine sehr hohe Verantwortung auch im internationalen Kontext hat. Wir sollten uns immer klar darüber sein, dass unsere Entscheidungen hier in Deutschland auch richtungsweisend für die Leonbergerzucht im internationalen Maßstab sind! Auch vor dem Hintergrund des züchterisch-praktischen Aspekts, dass viele im Ausland gezüchteten Leonberger nach Deutschland zurück kommen, sollten wir ein großes Interesse daran haben, was im Ausland geschieht.

Nach dem Bericht von Herrn Leipelt, der über insgesamt gleichbleibend hohe und zum Teil steigende Meldezahlen auf den Rassehundeausstellungen bei den Leonbergern berichten konnte und über die Verleihung des Titels Deutscher Jugendchampion an 7 Hunde sowie die Verleihung des Titels Deutscher Champion an 16 Hunde informierte, folgte der Bericht des Zuchtleiters.

Herr Mayer wertete das Zuchtjahr 2009 aus und dankte allen Zuchtwarten für ihre geleistete Arbeit. In insgesamt 88 Würfen wurden 720 Welpen in Deutschland geboren, von denen 611 Tiere (288 Rüden und 323 Hündinnen) in das Zuchtbuch eingetragen werden konnten. Herr Mayer stellte fest, dass damit gegenüber den Vorjahren (103 Würfe im Jahr 2007 und 108 Würfe im Jahr 2008) ein leichter Rückgang zu verzeichnen war. Die durchschnittliche Wurfstärke ist gleichbleibend. Die meisten Würfe sind wieder in Zwingern mit einem Wurf/ Jahr gefallen. Mit Blick auf die Entwicklung der Anzahl der auf HD geröntgten Welpen musste der Zuchtleiter auf einen Besorgnis erregenden Trend hinweisen: Die Zahl der geröntgten Welpen nimmt stetig ab (2006 noch ca. 27% der Welpen, in 2007 nur noch etwas mehr als 14 %!) Im Interesse der Verbesserung der Gesundheit bei unseren Leos und aus wohlverstandenem Eigennutz der Züchter und Halter unserer Leonberger muss hier schnell eine Trendwende erreicht werden! Gegebenenfalls sollten bis zur nächsten Jahreshauptversammlung durch den Vorstand hierzu Ansätze entwickelt werden.
Im Bericht des Zuchtleiters haben wir vermisst, dass die Ergebnisse der Junghundebeurteilungen aus dem Jahr 2009 wie auch die Ergebnisse der Körungen des zurückliegenden Jahres nicht zusammengefasst dargestellt wurden.

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Durch die Schatzmeisterin Frau Natterer wurden danach ein detaillierter und trotz der „trockenen Materie" verständlicher Bericht über das (ausgeglichene) Haushaltsjahr 2009 und die finanzielle Situation des DCLH mit Blick auf das anstehende Finanzjahr gegeben. Der Club verzeichnete insgesamt 159 T€ Einnahmen, wobei die Posten Beitragszahlung (75 T€), Veranstaltungen (28 T€) und Zucht (45 T€) die größten Einnahmequellen darstellten. Ausgegeben wurden im Jahr 2009 insgesamt 161 T€, davon entfielen 58 T€ an die Mitglieder des DCLH, 44 T€ auf die Verwaltung, 32 T€ auf Veranstaltungen und 20 T€ auf die Zucht. Aufgrund der weitreichenden und lang andauernden Finanzkrise verzeichnet auch unser Verein sinkende Zinserträge für den mit 203 T€ bezifferten Geldbestand. Da im Jahr 2010 mit weiter steigenden Kosten sowohl für unsere Vereinszeitschrift „Der Leonberger" wie auch im Bereich der Sachkosten gerechnet werden muss, war eine Diskussion um Beitragserhöhungen unausweichlich.

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Als in der Reihenfolge letztes Vorstandmitglied informierte die Ausbildungsleiterin Frau Brunner über das clubinterne Ausbildungsgeschehen, die Clubmeister in den verschiedenen Prüfungen sowie über die jährliche Austragung des Begleithund-Pokals im DCLH. Mit einem Appell an alle Hundehalter in unserem Verein künftig mehr für die Ausbildung unserer Leos zu tun und dem Spruch „Ausbildung hält fit" (der wohl nicht nur auf unsere Hunde gemünzt war…) war die Berichterstattung des Vorstands abgeschlossen.
Herr Kümmerer informierte in Vertretung für den verhinderten Herrn Heisinger über das beanstandungsfreie Ergebnis der Kassenprüfung.
Nach einer sehr lebhaften und konstruktiven Aussprache zu den Berichten der Vorstandsmitglieder wurde dem Vorstand für das Jahr 2009 durch die Jahreshauptversammlung die Entlastung erteilt.

Nach der Mittagspause sollte die Versammlung im „Hessischen Hof" dann noch einmal lebhaft und spannend werden. Die Diskussion und Beschlussfassung der Anträge an die Jahreshauptversammlung standen auf dem Programm. Da Anträge auf Erhöhung von Mitgliedsbeiträgen immer sensibel und von allgemeinem Interesse sind, war der Vorstand sehr gut vorbereitet und mit einer nachvollziehbaren Begründung in die Diskussion gegangen. Nachdem die Argumente sehr sachlich vorgetragen waren und alle Meinungen in der Diskussion vorgetragen werden konnten, fiel das Abstimmungsergebnis erfreulich eindeutig aus. In Verantwortung für die Sicherung des Geschäftsbetriebs in unserem Club stimmten 69 der anwesenden Mitglieder bei 8 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen für die beantragte Beitragserhöhung.
Dem vom Vorstand eingereichten Dringlichkeitsantrag zur Bestätigung der Finanzordnung des Vereins wurde durch die Mitgliederversammlung ohne Gegenstimme oder Stimmenthaltung zugestimmt.
Die drei Anträge des Vorstands zur Ergänzung der Zuchtordnung wurden einstimmig bzw. mit großer Mehrheit (2. Antrag/ künstliche Besamung und Gewinnung des Spermas) angenommen.

Der von einem Mitglied gestellte Antrag auf Änderung der Zuchtordnung (Zuchtzulassung für Zuchtrüden trotz fehlendem M 3 für mehr als drei erfolgreiche Deckakte/ Jahr) fand keine Mehrheit.

Dem an diesem Tage als letzten zur Abstimmung gestellten Antrag eines Mitglieds auf Streichung des Stempelvermerks über die Leistungszucht auf der Ahnentafel wurde zugestimmt.

Unter dem Punkt Verschiedenes berichtete Herr Güllix über den Stand des internationalen Forschungsprojektes zur Polyneuropatie, über die zurzeit bearbeiteten Hypothesen und bat um weitere Unterstützung durch Bereitstellung von Material aus klinischen Untersuchungen.

Nach dem Dank des Vorsitzenden an alle Mitglieder und Tagungsteilnehmer hieß es Abschied nehmen. Wir meinen, die Reise nach Kassel und die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung des DCLH 2010 haben sich für uns und unsere Landesgruppe gelohnt. Es war eine interessante Veranstaltung mit spannenden Beiträgen und wichtigen Beschlüssen und wir konnten daran mitwirken.
Ein großes Dankeschön an die Organisatoren und an den Vorstand des DCLH.

 

Petra & Hans-Joachim Schreiber